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GESCHICHTE
 

Vereinsgeschichte

In den Städten Herborn, Dillenburg und Haiger bestanden bereits Turnvereine, als sich am 15. März 1891 etwa 30 Personen im Saale "Schusterwilhelm" zusammenfanden, um den Turnverein "Jahn" 1891 Sinn e.V. aus der Taufe zu heben. Auf der Urschrift des Gründungsprotokolles (Siehe Fotogalerie) baute sich die turnerische Arbeit auf, die den Verein im Laufe der Jahrzehnte über Höhen und Tiefen führte.

Aber allen Widerwärtigkeiten zum Trotz haben die verantwortlichen Turner die Klippen der Zeit im Verein mit Umsicht umschifft, so daß noch heute der Turnverein Jahn zu den tragenden Säulen von Sinn zu zählen ist. Die Förderung der Jugend und Breitenarbeit bleibt nach wie vor das vornehmste Gebot des Vereins, denn wer die Jugend hat, der hat auch die Zukunft. Erstmals trat der Verein im Sommer 1891 bei einem Turnfest in Dillenburg mit einer Musterriege am Pferd auf.

Im Frühjahr 1903 zog der Verein wegen Unstimmigkeiten mit dem Vereinswirt aus dem Lokal Schusterwilhelm aus. Die Übungsstunden wurden nun auf dem Köding im Freien abgehalten. Ein Holzschuppen zur Unterbringung der Geräte wurde bei schlechtem Wetter und nach Einbruch der Dunkelheit als Turnlokal genutzt. Da es damals in Sinn noch kein elektrisches Licht gab, diente eine alte Köhlerlaterne als Lichtquelle. Ab Oktober 1903 stellte der Gastwirt Louis Färber für das Winterhalbjahr seinen kleinen Saal zur Verfügung. So turnten die Turner einige Jahre im Sommer auf dem Köding, und im Winter bei Färber. Als dann Herr Färber einen größeren Saal baute, konnte der Turnbetrieb das ganze Jahr über dort durchgeführt werden. Ab Oktober 1903 war die Gaststätte Färber Vereinslokal des Turnvereins.

Beim Gauturnfest in Weilmünster 1912 zeigte sich der erste größere Erfolg. Die Musterriege des Vereins unter Leitung von Wilhelm Geis konnte erstmals einen Sieg erringen. Als Wilhelm August Weyel 1913 erster Turnwart wurde, konnte er diesen Erfolg für die nächsten 12 Jahre bei allen Turnfesten halten.

Als nach dem ersten Weltkrieg der Turnbetrieb wieder aufgenommen wurde, meldete sich in Hubert Jansen, ein neues Mitglied, welches für die weitere Entwicklung des Vereins von ausschlaggebender Bedeutung werden sollte. 1924 wurde eine Turnerinnenabteilung gegründet.

Das Jahr 1925 war für den Verein ein besonderer Höhepunkt, wurde ihm doch die Ausrichtung des Gauturnfestes übertragen. Der Überschuß aus dieser Veranstaltung bildete den Grundstock für den späteren Turnhallenbau. Mit Hubert Jansen der 1921 die turnerische Leitung übernahm, wurden Wettkämpfe auf Gau und Kreisebene besucht. Schon lange war der Färbersche Saal für den Turnbetrieb zu klein. Nach langen Vorbereitungen und Planungen konnte unter dem Vorsitzenden Bürgermeister Rupp am 29. Mai 1929 der zweite Vorsitzende Heinrich Simon I auf dem von der Domänenverwaltung erworbenen Grundstück in der Bahnhofstraße den ersten Spatenstich tun, die Grundsteinlegung erfolgen und das Kellerwerk errichtet werden.

Im nächsten Jahr wurde der Bau gerichtet und unter Dach gebracht. Alle Arbeiten, die nicht von einem Fachmann ausgeführt werden mußten, wurden durch die freiwillige Mitarbeit der Mitglieder geleistet. Für den Idealismus der Mitglieder zeugt die Tatsache, dass diese freiwillige Mitarbeit den Betrag von 10000 Mark ausmachte. Die weiteren Baukosten beliefen sich bald auf 50000 Mark. Die feierliche Einweihung konnte am 22. August1931 erfolgen.

1933 nahmen erstmals drei Sinner Turner als Wettkämpfer am Deutschen Turnfest in Stuttgart teil. 1934 richtete der Verein wieder ein Gauturnfest aus. Nach dem zweiten Weltkrieg, aus dem insgesamt 32 Mitglieder nicht zurückkehrten, durfte zunächst überhaupt nicht geturnt werden. Als der Turnbetrieb wieder aufgenommen werden konnte, war vieles gestohlen, so waren zum Beispiel auch beide Turnpferde ihres Leders beraubt. Auf Verlangen der Besatzungsmacht wurde mit dem Ballspielclub ein Verein gegründet, doch trennte man sich nach zwei Jahren wieder. Neuer erster Vorsitzender wurde Fritz Cunz sen. für zwei Jahre. Unter der Leitung von Oberturnwart Hubert Jansen hatte der \/erein bald wieder seine führende Stellung im Turngau zurück erobert. In Arthur Swoboda hatte der Verein einen Turner, der als Mitglied der Hessenriege den Namen des Vereins bis über die Grenzen des Bundesgebietes getragen hat.

Der Sinner Turnverein stellte mit Hubert Jansen den Bezirksturnwart des Lahn-Dill-Gaues, mit Ernst Reucker den Männerturnwart und später den Gauoberturnwart für mehrere Jahre. Nach kurzer Amtszeit von Hugo Cunz als Gauspielwart übernahm Edwin Glups dieses Amt für viele Jahre. Der Verein selbst nahm mit wechselnden Erfolgen an Gauveranstaltungen, Landes-, und Deutschen Turnfesten teil.

Mit Edwin Glups als Vereinsspielwart ab 1953 nahm das Faustballspiel einen ungeahnten Aufstieg, der bis zur Teilnahme in der Bundesliga und Deutschen Meisterschaften führte. Nicht nur das Faustballspiel entsprach dem Zeitgeist, sondern auch andere Sportarten wie Leichtathletik, Frauen- und Männergymnastik, 2-er Prellball und Tischtennis lösten das reine Leistungsturnen ab. Moderne Sportarten wie Ho Sin Do Karate, Badminton, Ski-Gymnastik u.a.m. runden das sportliche Angebot des Vereins zur Zeit ab. Dadurch, das der Turnverein an seiner vereinseigenen Turnhalle festhielt, schuf er die Möglichkeit auf diese turnerischen Anforderungen einzugehen.

Die vereinseigene Turnhalle stand nicht nur den Vereinsmitgliedern zur Verfügung, sondern diente auch der Sinner Volksschule
bis 1977 als Sporthalle. Außerdem wurde die Halle auch von anderen Vereinen für größere Veranstaltungen genutzt. Über Jahre hinaus diente ein Raum sogar als Kirche. Dieser vielseitig genutzte Raum wird heute als Clubraum für vereinsinterne Zusammenkünfte verwendet. Die Halle bereitete dem Verein nicht nur Freude und Unabhängigkeit, sie war und ist auch eine große finanzielle Belastung. Sie zählt heute zu den wenigen vereinseigenen Hallen im Lahn-Dill-Kreis. Ab 1972 wurde die Halle von Grund auf renoviert. Wegen der hohen Kosten, zogen sich diese Arbeiten über viele Jahre hin. Auch Anbauten für Geräte, Umkleideräume, Duschen und Toiletten wurden neu erstellt.

Der Strukturwandel der Turnvereine vom reinen Turnen zum spielbetonten Betrieb vollzog sich in den letzten 25 Jahren. Der Breitensport gewann immer mehr an Bedeutung. Das Gesundheitsbewußtsein der Bürger forderte den Verein, sich anzupassen und ein entsprechen des Angebot zu präsentieren. Ballspiele aller Art, Gymnastik, Tanz und der Wunsch nach Geselligkeit bestimmen das vielseitige Angebot, das der Verein seinen Mitgliedern heute bietet. Zur Zeit zählt der Verein über 830 Mitglieder und ist somit größter Ortsverein. Daraus erwachsen dem TV Sinn auch entsprechende Aufgaben im kulturellen und sozialen Bereich.

Im Jahr 2010 wurden tiefgreifende Renovierungs- und Erneuerungsmaßnahmen der Jahnhalle durchgeführt. Ein neues Dach, eine neue Heizungsanlage, die komplette Erneuerung der Damen- und Herrentoiletten und Umkleidekabinen sowie ein neuer Hallenboden sind die wesentlichen Maßnahmen. Zuschüsse von Land, Kreis und Gemeinde ermöglichten das Vorhaben, dass der Verein alleine nicht hätte bewältigen können. Alle Arbeiten, die nicht von einem Fachmann ausgeführt werden mußten, wurden wie damals beim Bau der Halle erneut durch die freiwillige Mitarbeit der Mitglieder geleistet. Besonders der Vorstand unter Wilfried Rinker war Tag und Nacht aktiv! Für den Idealismus der Mitglieder zeugt die Tatsache, dass diese freiwillige Mitarbeit den Betrag von 20000 Euro ausmachte. Die weiteren Baukosten beliefen sich bald auf 170000 Euro. Die feierliche Einweihung ist geplant für das Frühjahr 2011. Der Sportbetrieb läuft bereits seit 15.11.2010 wieder in der Halle.




 
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Die Vorsitzenden des TV-Sinn

1891 - 1899 Adolf Weber
1900 -1901 H. Dietich
1902 - 1923 Louis Jung
1924 - 1928 Karl Schaaf
1929 - 1936 Karl Rupp
1937 Herbert Butti
1938 - 1945 Oskar Neuse
1946 - 1947 K. Paul
1948 - 1949 Fritz Cunz sen.
1950 - 1969 Ernst Reucker
1970 - 1971 Hugo Cunz
1972 - 1983 Kurt Manlig
1984 - 1987 Edwin Glups
1988 - 1992 Heinz-Günther Arnold
1993 Helga Ploch
1994 - 2003 Hartmut Schnaubelt
2004 - 2010 Heinz-Günther Arnold
2010 - 20XX Wilfried Rinker



 
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Gründungsprotokoll 1891